Rauchfrei zu werden ist für viele Menschen ein langer und oft steiniger Weg – und ich bin da keine Ausnahme. Acht Mal habe ich es versucht, immer wieder den Entschluss gefasst, aufzuhören, und doch bin ich in alte Muster zurückgefallen. Warum? Weil das Rauchen mehr ist als eine bloße Sucht. Es ist eine tief verwurzelte Gewohnheit, die fest in den Alltag eingebunden ist. In diesem Beitrag erzähle ich dir ehrlich, welche Hürden ich auf meinem Weg zum Rauchstopp überwinden musste und warum jeder Rückfall letztlich auch eine Lektion war, die mich weitergebracht hat. Vielleicht findest du dich in meiner Geschichte wieder – und vielleicht inspiriert sie dich, deinen eigenen Weg zu gehen
Warum ich überhaupt angefangen habe
Wie hat das Rauchen bei mir angefangen? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht mehr genau. Vielleicht war es der Gruppenzwang, die Neugier oder einfach das Bedürfnis, dazuzugehören. Was ich aber weiß: Es fühlte sich damals harmlos an. Eine Zigarette hier, eine Zigarette da. Doch aus dieser scheinbar harmlosen Gewohnheit wurde schnell eine Routine – und später eine echte Herausforderung, als ich merkte, wie schwer es ist, wieder damit aufzuhören.

8 Mal aufgehört – und immer wieder angefangen
Das Aufhören an sich war für mich nie das Problem. Es gab immer wieder gute Gelegenheiten, den Entschluss zu fassen: der gute Vorsatz fürs neue Jahr, die letzte Packung, die ich „noch schnell aufrauchen“ wollte, oder ein Freund, der selbst aufgehört hatte und bei dem ich einfach mitgemacht habe. Der Start war leicht, und die ersten Tage verliefen meistens ohne größere Schwierigkeiten.
Doch dann kam das, was ich nicht erwartet hatte: Das Durchhalten. Besonders schwierig wurde es am Wochenende, wenn ich mit Freunden etwas trinken war. Anfangs blieb ich konsequent: Während die anderen nach draußen gingen, um zu rauchen, blieb ich drinnen sitzen. Aber irgendwann saß ich allein da, während alle anderen draußen waren. Und dann kam der Moment, in dem ich mich ihnen anschloss – erst nur, um dabei zu sein. Doch dann wurde die Zigarette zur alten, vertrauten Begleitung. Und plötzlich war ich wieder drin.
Die Schwierigkeit, alte Routinen zu brechen
Rauchen war für mich nicht nur eine Sucht, sondern auch eine Gewohnheit, die fest in meinen Alltag eingebaut war. Und diese Gewohnheiten waren fast schwerer zu durchbrechen als die körperliche Abhängigkeit.
- Die Zigarette zum Bier: Sobald ich ein Glas Bier in der Hand hielt, fühlte es sich unvollständig an, keine Zigarette dabei zu haben. Es war wie ein Automatismus, der in meinem Kopf immer wieder aktiviert wurde.
- Die Zigarette bei Stress: Besonders in stressigen Momenten griff ich instinktiv zur Zigarette. Sie war für mich wie ein „Notfallknopf“. Fünf Minuten Pause, einfach abschalten, durchatmen. Ironisch, dass ich dafür etwas nutzte, das meinem Körper schadete.
Das war die größte Herausforderung: zu erkennen, dass ich diese Muster ändern musste, wenn ich wirklich rauchfrei bleiben wollte.

Rückfälle und der „Teufelskreis des Scheiterns“
Während meiner 8 Versuche, rauchfrei zu werden, gab es eine wiederkehrende Herausforderung: das Wochenende. Dort lag für mich der größte Stolperstein. Ich war ein typischer „Wochenendraucher“. Es begann oft harmlos – ein Freund bot mir eine Zigarette an, und ich dachte mir: „Ach, eine wird schon nicht schaden.“ Doch genau diese eine Zigarette wurde schnell zum Auslöser. Bald folgten weitere, und ehe ich mich versah, hatte ich den Sprung zurück in alte Muster gemacht.
Besonders schwierig war der Gedanke: „Es ist sowieso vorbei, ich habe es schon wieder nicht geschafft.“ Dieser innere Kritiker ließ mich oft an mir selbst zweifeln und nahm mir die Motivation, es erneut zu versuchen. Statt auf das zu schauen, was ich bereits erreicht hatte, fokussierte ich mich auf das, was schiefgelaufen war. Dieser Perfektionismus – das Gefühl, dass ein einziger Fehltritt alles zunichtemacht – führte dazu, dass ich mich selbst entmutigte. Rückfälle fühlten sich wie ein endgültiges Scheitern an, und mit diesem Gedanken im Kopf fiel es mir leichter, einfach wieder komplett aufzugeben.

Warum es so schwer ist, aufzuhören
Das Rauchen aufzuhören ist nicht einfach, weil es viele Ebenen betrifft:
- Die körperliche Sucht: Der Körper verlangt nach Nikotin, und Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit oder Schlafprobleme machen den Alltag schwieriger.
- Die psychische Gewohnheit: Bestimmte Situationen – wie das Trinken eines Kaffees oder das Warten an der Bushaltestelle – sind so eng mit dem Rauchen verbunden, dass sie automatisch das Verlangen auslösen.
- Das soziale Umfeld: Besonders, wenn Freunde oder Familie selbst rauchen, wird es schwerer, sich aus der Gewohnheit zu lösen. Die Versuchung ist immer präsent.
Warum ich trotzdem nie aufgegeben habe
Auch wenn ich oft Rückfälle hatte, wusste ich: Ich will und muss irgendwann raus aus diesem Kreislauf. Jeder Versuch hat mir gezeigt, dass es möglich ist, rauchfrei zu leben – auch wenn es sich manchmal schwer anfühlte. Rückfälle sind kein Scheitern, sondern ein Teil des Prozesses. Ich habe aus jedem Rückfall gelernt:
- Wann werde ich schwach?
- Was sind meine Auslöser?
- Wie kann ich solche Situationen in Zukunft vermeiden?
Mit dieser Erkenntnis habe ich begonnen, neue Strategien zu entwickeln, die mir später geholfen haben, dauerhaft rauchfrei zu bleiben.
Fazit: Warum der Weg zählt
Rauchfrei zu werden ist eine Reise, die für jeden anders aussieht. Rückfälle gehören dazu, und sie sind kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr sind sie eine Gelegenheit, sich selbst und seine Muster besser zu verstehen. Wenn du dich in meiner Geschichte wieder erkennst, sei dir eines bewusst: Jeder Versuch bringt dich näher an dein Ziel. Gib nicht auf – der nächste Schritt könnte derjenige sein, der alles verändert.

